Der Fischmarkt in der Kölner Altstadt

Direkt am Fuß von Groß St. Martin, zwischen Stapelhaus, Rhein und Buttermarkt/Mauthgasse liegt eine der, wie ich finde, schönsten Ecken der Kölner Altstadt. Der Fischmarkt.

Fischmarkt zwischen Groß St. Martin, Rhein und Stapelhaus
Hier ist es zwar, gerade bei schönem Wetter, alles andere als ruhig, aber man muss ja nicht unbedingt am Wochenende herkommen, wenn es die ganzen Touristen und feiernden Junggesellen und Gesellinnen in die Altstadt zieht.

Im 12. Jh. wurde der Fischmarkt erstmals urkundlich erwähnt. Der Handel mit Fisch war im Mittelalter ein lohnendes Geschäft. Damals wurden die Fastengebote und Freitagsgebote noch streng eingehalten. Außerdem war Fisch auch für ärmere Leute erschwinglich.

Dank des Stapelrechts, das Konrad von Hochstaden im Jahr 1259 einführte, hatten die Kölner nicht nur den Vorteil, den gelagerten Fisch vor Ort zu kaufen, sondern auch ihn zu konservieren, um ihn anschließend weiter zu exportieren.

Der Fischweiberbrunnen

Der Fischmarkt heißt zwar immer noch Fischmarkt, heute erinnert aber nur noch der Fischweiberbrunnen an die frühere Zeit. 

Fischweiberbrunnen in der Kölner Altstadt
Der Brunnen wurde von dem Kölner Bildhauer Rainer Walk angefertigt. Er zeigt vier Frauen in verschiedenen Positionen. Es war von Anfang an die Absicht des Künstlers, die frühere Zeit nicht zu glorifizieren, sondern mehr das harte Marktleben in seiner Arbeit darzustellen.

Ich mag diesen Brunnen. Wenn ich davorstehe, stelle ich mir immer vor, wie so richtig urkölsche Fischweiber hier ihre Ware angeboten haben.


 
Dabei war es früher gar nicht so selbstverständlich, dass der Fisch von Frauen verkauft wurde. In anderen Städten war Fisch nämlich kein erlaubtes Handelsgut für Frauen. Selbst in Köln durften Frauen nur die kleineren Sorten verkaufen. Und auch nur dann, wenn er als Stückware angeboten wurde. Größere Exemplare, die gewogen werden mussten, wurden nur von Männern verkauft.


Ab dem Ende des 15 Jh. war es Frauen dann auch in Köln untersagt, Handel mit gesalzenen Waren zu betreiben. So blieb  den Fischweibern nur noch der Verkauf von kleinen frischen Fischen wie zum Beispiel „grünen Heringen“.







1 Kommentar:

  1. Wow! Schöne Bilder! Danke für das Hintergrundwissen dazu! Auf https://www.koelngeschenk.de gibt es tolle Köln Accessoires. Ein Besuch lohnt sich!

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