St. Gregorius im Elend - Kölns letzte Kirche in Privatbesitz


Die Elendskirche (Sankt Gregorius im Elend) steht in der Südstadt „An St. Katharinen“. Sie hat den Namen ihrem Standort zu verdanken. Im 14. Jh. befand sich an dieser Stelle der Elendsfriedhof, auf dem hauptsächlich die armen Bürger der Stadt aber auch Fremde, Selbstmörder und Nichtkatholiken beigesetzt wurden.


Gegen Ende des 16. Jh. nahm sich die Familie von Groote des Grundstücks an und lies dort eine Privatkapelle errichten.
1677/78 wurde durch Jakob de Groote eine Familienstiftung gegründet, aus deren Mitteln die Kirche erweitert wurde. Seitdem wurden hier öffentliche Gottesdienste abgehalten.

Noch heute befindet sich die Kirche im Besitz der Familie von Groote und ist damit die letzte erhaltene Familienkirche in Köln. Jedes Jahr an Allerheiligen und zu Familienfesten trifft sich die Familie in der Kirche zum Gottesdienst.





Besonders auffällig ist die Außenfassade der Kirche. Sie zeigt den Tod, dargestellt durch einen
Totenkopf, mit päpstlichen Insignien.

Casanova und die Elendskirche


Die Kirche hat sogar eine kleine Rolle in der Lebensgeschichte von Giacomo Casanova gespielt. Ja, der berühmte Herzensbrecher ist in seinem Leben tatsächlich auch einmal einem kölschen Mädchen verfallen. Eigentlich ja nicht verwunderlich.

In seinen Memoiren „Histoire de ma vie“ berichtet Casanova unter anderem auch von seinem Aufenthalt in Köln. Während des Karnevals im Jahr 1760 begegnete er auf einem Ball der Bürgermeistergattin. Und das war zu dieser Zeit Maria Ursula Columba de Groote, die Ehefrau des Bürgermeisters Franz Jacob de Groote.

Die Dame schien ihn schwer beeindruckt zu haben, denn er erzählt weiter von einem Abend, an dem er sich in den Beichtstuhl der Familienkirche einschließen ließ, um dort auf seine Angebetete zu warten. 
Angeblich soll er stundenlang dort ausgeharrt haben, bis sie endlich erschienen ist. Was dann passiert ist, entzieht sich leider meiner Kenntnis. 
Für Casanova war es jedenfalls einen Eintrag in seine Memoiren wert. Von wegen „Ein Kavalier genießt und schweigt“.

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