Gräber erzählen Geschichte(n) - ein Ofen als Grabstein

Die erste Grabstätte, die ich euch in meiner neuen Serie „Gräber erzählen Geschichte(n) vorstellen möchte, ist die von August Broichschütz. Das Grab liegt direkt an der Mauer zur Aachener Straße nicht weit von der alten Kapelle entfernt.  


Theoretisch ist über den Stein ja nicht viel zu sagen, denn eigentlich spricht die Inschrift ja für sich selber:



Tja. Eigentlich.

Jetzt möchte ich diese Geschichte natürlich keinem madigmachen. Sie wird oft und gerne erzählt und auch im Internet wird sie auf vielen Seiten zum Besten gegeben. Aber so richtig glaubhaft ist sie nicht. Schon gar nicht, wenn man versucht, ein bisschen tiefer einzutauchen.

Die Platte mit der Aufschrift ist ja, wie man wohl deutlich erkennen kann, später angebracht worden. Eine Möglichkeit dazu ist natürlich, dass sie einfach als Erklärung an den Ofen montiert wurde, warum der überhaupt da steht.

Aber jetzt kommt der Clou: Es war schon mal eine andere Platte an diesem Ofen angebracht. Und dieser Inschrift nach lag in diesem Grab eine gewisse Petronella Schmitz. Ein Bild davon habe ich selbst leider nicht, habe aber eins im Internet gefunden >>> einmal hier klicken bitte.  

Der Stadtführer und Autor Detlef Rick führt in seinem Buch Melaten: Gräber erzählen Stadtgeschichteverschiedene Annahmen auf, warum dort ein Ofen steht, schreibt aber auch, dass keine davon wirklich bestätigt ist.

Deswegen habe ich auch lange überlegt, ob ich das Bild hier überhaupt zeigen soll, denn eine Erklärung, was es jetzt wirklich mit diesem sonderbaren Grabstein auf sich hat, kann ich bedauerlicherweise auch nicht bieten.


Aber egal. Tatsache ist ja, dass dieses Grab eine kuriose Geschichte erzählt. Auch wenn es nicht die wahre ist.

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Kommentare:

  1. Geben sie einen Kommentar ein: (steht he esu)

    Ja, Scheffe maach isch doch jlatt un och jään !
    Isch kummen noher noch ens widder, vieleich esujar
    noch für Meddernaach ;)

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  2. Tach zosamme, do ben isch noch ens flöck ;)

    Monika, wenn das eine neue Serie gibt, dann hast du hiermit bei mir genau
    ins Schwarze getroffen.
    Ich werde dann wahrscheinlich zum Aboschreiber. Ens luure, freu mich drop.
    Irjendswann e paar Wööder mieh dodröver, woröm dat esu es. ;)

    Aber als erstes möchte ich mir gerne dieses originelle Grabmal "vorknöpfen".
    (es irjendswie e schön Wood, ne)
    Hast'e schön jesehen, isch kannt et noch nit, trotz jahrelangem Aufenthalt
    op Meloote un dat selbstverständlich mit offenen Augen !!

    Juut, dä ahle Broichschütz selfs, hann isch jetzt nit mih jekannt,
    ävver dä Käal woss op jeden Fall schon wo et en d'r Weetschaff schön wärm wohr.
    Die hann dat Kölsch fröher suwiesu nit ärsch kalt jedrunke, dat wohr also dämm Bier ejal.
    Un isch jläuven och noch, die woren jo dozomol all nit esu jesalv, die sin en de Weeschaff jejange
    öm sich opzowärme. Die hann leever et Jeld für e Jlas Kölsch beim Weet usjejove
    als doheim für de eijene Klütte.
    En d'r Weetschaff kunnten die Kääls also em Winter suffe un
    et wohr och noch schon wärm und dat dann praktisch ömesöns.

    Aber jetzt noch schnell zum eigentlichen Grabmal.
    Das obere, zylindrische Teil mit den vergoldeten Profilen ist der eigentliche Säulenofen,
    oder evtl. auch nur ein Teilstück davon. Ist aber auf dem Foto leider nit rääch uszomaache.
    T'schuldijung Monika.

    Wenn dem so wäre, müsste also das obere Teil aus Gußeisen bestehen.
    Das untere Teil , also der Sockel, ist aus Sandstein gefertigt, mit einer wie ich mal vermute,
    in späterer Zeit aufgesetzter Inschrifttafel aus weißem Marmor versehen.

    Der Text selbst, also die nachdenkenswerte Geschichte, wirkt nicht sehr authentisch.

    Stellt üsch ens leibhaftisch vür, dä Broichschütz, ne joode Kunde vumm Weet, stirv met jraad ens zweiunfuffzisch Johr
    un dat dann noch vum Suffe.
    Dä ärme Kähl es jrad kalt, enjesarch un unger d'r Ääd, do rieß da Weet terektemang dä Ofen us'dr Wand
    un setz dä op Melote op dämm singem Graaf. Kann dat esu jewesen sin ? Hmmm, man weiß es letztendlich nicht.
    Isch op jeden Fall jläuven dat nit janz esu, dat dat esu wohr.

    Es würde mich reizen, jetzt noch ein Geschichte zu konstruieren, wie es wirklich hätte gewesen sein können,
    ävver do halt ihr mich vielleich för beklopp. Un dat will isch jo dann och widder nit.;)

    Un e schön Wochenengk noch !








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    1. Aha. Du lässt dich also nicht so einfach von einer Grabinschrift beeindrucken. Recht hasste ;) Ich habe jetzt mal ein bisschen genauer beschrieben, was es mit dem Grab auf sich hat bzw beschrieben, dass man gar nicht weiß, was es wirklich mit dem Grab auf sich hat.

      Und weißt du was? Mich würde deine konstruierte Geschichte, wie es denn gewesen sein könnte schon interessieren :)

      Viele liebe Grüße
      Monika

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  3. wenn ich den darf.
    es m'r rein zufällisch noch jrad enjefalle....;)
    https://www.flickr.com/photos/hosentraeger_mgr/7061220273/

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  4. " Mich würde deine konstruierte Geschichte, wie es denn gewesen sein könnte schon interessieren :) "
    Grins un ha,ha,.......
    ich habe so einige Inschriften auf Tafeln gelesen und auch selber anfertigen müssen.
    Un do kannst'de nen Stusss lese, wat hingen un vüür einfach jeloren es,
    jenau esu "als wie" ;)).....bei Grabreden.
    Woröm määht'mr eijentlich esu jätt ?!
    In diesem Zusammenhang wird sehr oft so gelogen, dass sich die Balken biegen.
    Der Verstorbene selbst, hat ja schließlich nichts mehr davon.
    Dä kann nix mieh hüüren un nix mieh sinn.
    Also möht et jo eijentlisch ejal sin. Ävver enäh.
    Aber es wird schon seit Jahrhunderten so verfahren, weil es einem selbst gut tut
    und um sich selbst, also vor der weiteren "buckelijen Verwandtschaff", rein zu waschen.

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    1. Oh ja! Das kann ich bestätigen. Wie oft haben Leute bei mir einen Trauerkranz oder eine Grabbepflanzung bestellt, was zwar nichts kosten durfte, aber wahnsinnig teuer aussehen sollte. Schließlich "Was sollen denn die Leute sonst denken?"

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  5. "Was sollen denn die Leute sonst denken?"

    Ja genau das ist der Punkt.
    Aber speziell diese Tatsache ist hier wo ich mittlerweile wohne noch ausgeprägter als in der Stadt.
    Hürth hat schon einen ganz gewaltigen "bäuerlichen" Einschlag.
    Hier ist das für mich als Kölner manchmal recht lustig anzusehen, wie hier um die Gunst oder
    das bessere Image gebuhlt wird. Da gibt's dann schon echte Stilblüten.
    Da wird schon akribisch darauf geachtet, so nach dem Motto,
    "Watt koss dat dann"......"kann m'r dat dann och sinn, dat dat jät mieh jekoss hätt "
    Aber echt ! Da werden die Grabmale des toten Nachbarn ausgemessen und tatsächlich versucht,
    noch irgend etwas zu übertreffen oder wie es auch so schön heißt "noch einen drauf zu setzen"
    Hier bei den kleineren Friedhöfen, wo jeder jeden kennt,
    ist das Zeigen von Vermögen wesentlich ausgeprägter als in der Großstadt.

    Aaaaber, es gibt natürlich auch solche Menschen, die wirklich zu Ehren des Verstorbenen
    sehr viel Geld ausgeben, um den ihnen entstandenen menschlichen Verlust nach außen hin zu dokumentieren und zur Schau zu stellen.
    Das man auch Trauer und Liebe anders als mit edelstem Holz und Kupfer, (bei mir war es kein Granit oder Marmor )
    oder aber auch mit der evtl. protzigen Grabbepflanzung zeigen kann, ist für viele Hinterbliebenen schier undenkbar.
    Aber an dem heiklen Thema Trauer und was dann oft nach ein paar Monaten daraus geworden ist,
    daran haben sich schon andere und "vielleicht"....kompetentere oder berufenere Schreiber als ich abgearbeitet.

    Deshalb werde ich auch jetzt meinen Kommentar hier abbrechen und nicht noch ausführlicher aus dem Nähkästchen erzählen.

    Aber nix desto trotz, ich bin ja irjendswie vom Thema abjekommen aber es war gerade so naheliegend hier an dieser Stelle auch noch darüber ein paar Worte "quittzuwerden"

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  6. Ich finde die Idee deiner Reihe "Gräber erzählen Geschichte(n)" sehr, sehr spannend und freue mich auf neue Ausgaben! So etwas hatte ich schon einmal in einem britischen Blog gesehen und habe auch dort die Storys verschlungen.

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