Die Eigelstein-Torburg mit Kutterwrack und Kölschem Boor

Ist ja schon eine imposante Erscheinung die Eigelstein-Torburg, oder?

Kommt man aus der Richtung Ebertplatz, hat man diesen Blick auf das mittelalterliche Stadttor. Damals kam man auf diesem Weg in die Stadt hinein.

Eigelstein-Torburg

Bei schönem Wetter und zu einer etwas späteren Tageszeit (das Foto ist morgens entstanden) ist der Platz vor dem Tor viel belebter. 
Ein herrliches Plätzchen, um im Sommer ein leckeres Kölsch zu trinken und das Geschehen um sich herum zu beobachten.

Und so sieht das Tor dann „von Innen“ aus:


Eigelstein-Torburg Stadtseite


Der „Kölsche Boor“ hängt seit 1891 an dem Tor, seit den 1970ern allerdings nur noch als Kopie. Das Original steht im Foyer des historischen Rathauses.

Der Spruch unter der Figur lautet "Halt faß, do kölsche Boor, bliev beim Rich, et fall sös ov sor." ("Halte fest kölscher Bauer, bleibe beim Reich, ob es falle süß oder sauer.")


Der "Kölsche Boor" vom Eigelstein

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Kutterwrack der S.M.S CÖLN, das in einer Nische des östlichen Turmes hängt. 


Kutterwrack der SMS CÖLN


Gedenktafel an der Eigelstein-Torburg



Kutterwrack in einer Nische 


Bugwappen




Im Stavenhof


Hinter der Eigelsteintorburg verläuft zwischen Eigelstein und Gereonswall die Straße „Im 
Stavenhof“. Wenn man heute hierdurch geht, finde ich, fühlt man sich ein bisschen was in eine frühere Zeit zurückversetzt.

"Im Stavenhof"
Allerdings ging es hier damals nicht ganz so idyllisch zu. Das ganze Viertel um den Eigelstein und vor allem eben der Stavenhof gehörte schon im Mittelalter zum Kölner Rotlichtbezirk.

Laut Wikipedia gingen hier um 1960 rund 5000 Prostituierte ihren Geschäften nach.
Da kam es mit Sicherheit auch hin und wieder mal zum Zoff em Steuverhoff.

Erst seit 1972 ist es hier ruhiger geworden, nachdem die gesamte Kölner Innenstadt zum Sperrbezirk erklärt wurde.

Em Kölsche Boor - eins der ältesten Brauhäuser Kölns


Die Nähe zum Stavenhof gab auch dem benachbarten Brauhaus, zumindest eine Zeit lang, den Namen „Stavenbräu“. 
Das war aber wohl auch der Grund warum Peter Baum, der das Brauhaus 1912 von seinem Vater übernahm, den Namen wieder änderte. Er wollte wohl nicht, dass seine Gaststätte mit der sündigen Meile nebenan in Verbindung gebracht wird (Quelle: 111 Kölner Orte die man gesehen haben muss*)

Brauhaus "Em Kölsche Boor" am Eigelstein

Also benannte er das Brauhaus nach einem echten Kölschen Mannsbild. Seitdem trägt es den Namen  „Em Kölsche Boor“.

>>> Die Geschichte des Brauhauses auf der Seite  des Kölner Brauerei-Verband E.V.

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Kommentare:

  1. "eben der Stavenhof gehörte schon im Mittelalter zum Kölner Rotlichtbezirk"

    und die Damen die dort wohnten und aus den Fenstern "hingen",
    stammten teilweise noch aus dieser Zeit,
    hätte man fast annehmen können. ;)

    Als wir damals anfangs der "60er" als Schülerclique (noch minderjährig), verschämt aber trotzdem neugierig im Dunkeln durch die Gasse schlichen,
    haben wir uns über das fast schon biblische Alter der Prostituierten gewundert.

    Ein paar Tage später dann, wurde ich über die Zusammenhänge,
    bzw. die dort herrschende Arbeitssituation der Frauen aufgeklärt.

    Traurig !



    .

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    1. Jetzt musste ich wirklich lachen über die Vorstellung, die Damen stammten noch aus dem Mittelalter :) Wenn ich allerdings so überlege, als ich noch im Teenie-Alter war, war für mich 30 schon ein biblisches Alter :) Aber du hast natürlich recht. Die Bedingungen waren mit Sicherheit traurig und das ist auch nicht spurlos an den Frauen vorübergegangen.

      Liebe Grüße
      Moni

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