Die Geschichte vom "Düxer Bock"

In Deutz auf dem Lorenzplatz, der liegt ziemlich direkt am Gotenring, steht die Statue eines Ziegenbocks. Da man auch in Köln nicht einfach so eine Statue irgendwo hinstellt, ohne dass sich eine Geschichte dahinter verbirgt, hat auch dieser Bock seine Geschichte. Und die erzähle ich euch jetzt J

"Düxer Bock" auf dem Lorenzplatz
Hier soll vor langer Zeit einmal ein armer Schneider gewohnt haben. Weil dieser eine Vorliebe für Singvögel hatte, hingen vor seinem Fenster eine ganze Reihe Vogelkäfige. Während er selber das tägliche Gezwitschere liebte, fühlte sich sein Nachbar, ein reicher Steuereintreiber, allerdings erheblich in seiner Ruhe gestört.
Der war sogar so sauer über die allabendlichen Pfeifkonzerte, dass er sein Anliegen vor den Richter brachte. Da aber erstens der Richter selber ganz verrückt nach Vögeln war (über diesen Satz muss ich auch gerade lachen, also nur zu) und es zweitens erlaubt war, so viele Käfige, wie man möchte, vor sein Fenster zu hängen, kam der reiche Mann mit seinem Antrag nicht durch. Also musste er sich etwas anderes überlegen. 
Als der Schneider eines Morgens durch das Gemeckere eines Ziegenbocks wach wurde, sah er dann, auf was für eine tolle Idee sein Nachbar gekommen war. Er hatte nämlich ebenfalls einen Käfig vor sein Fenster gehängt. Allerdings nicht mit Singvögel, sondern mit eben diesem Bock.

Dieses ganze Spektakel war für die übrigen Anwohner ein wunderbarer Anlass zum Lästern, und so war der arme Schneider dem Gespött seiner Nachbarn schutzlos ausgeliefert.

Jetzt ist so ein hängender Käfig für einen Bock ja nicht gerade die ideale Behausung. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis das arme Tier das Zeitliche segnete. 
Damit dieser Streich trotzdem nicht in Vergessenheit geriet, hängte der reiche Mann anstelle des Käfigs ein Bild von einem Ziegenbock an die Wand. Und wie Nachbarn halt so sind (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regeln), hörten die Spöttereien nicht auf. 
So blieb dem armen Schneider nichts anderes übrig, als mit seiner Familie an einen anderen Ort zu ziehen.

So, jetzt braucht so eine Geschichte selbstverständlich auch ein bisschen Romantik und ein Happy End. Es war nämlich so, dass der Sohn des Steuereintreibers und die Tochter des Schneiders heimlich ineinander verliebt waren. Sozusagen „Romeo un Julia op Kölsch“.

Als die Tochter dann nach vielen vielen Jahren zu ihrem Geburtsort zurückkam, um die Wohnung des reichen Mannes zu kaufen, traf sie dort zufällig auf ihren früheren Traumprinzen. Tja, und was soll ich sagen? Die beiden wurden daraufhin natürlich glücklich bis an ihr Lebensende.

Düxer Bock


Kommentare:

  1. ich liebe solche Geschichten!

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    1. Geht mir genauso. Danke für den Besuch :)

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  2. Danke für die Info und die geniale Geschichte !!!!!!

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  3. Vögel finde Käfighaltung witziger als Ziegenböcke. Der Arme, der Reiche soll mehrheitlich polarisieren? Auf Recht und Unrecht hinweisen?

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