Auf den Spuren des Heiligen Gereon

In dem kleinen Park vor der Kirche St. Gereon, im Gereonsdriesch, liegt ein  riesiger Steinkopf, der das Haupt des Kölner Stadtpatrons darstellt. Begeben wir uns also mal auf die Spuren des Heiligen Gereon.

Steinkopf des Heilligen Gereon im Gereonsdriesch


Die Legende des Gereon


Es begab sich um das Jahr 300 n. Chr. In dieser Zeit teilten sich die Kaiser Diokletian und Maximian die Herrschaft über das Römische Reich, zu dem Köln ja zu dieser Zeit ebenfalls gehörte. Beide Kaiser sahen sich, wie es wohl damals bei Kaisern so üblich war (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel), mehr als eine Art Gott, denn als ordinäres Staatsoberhaupt Reichsoberhaupt. Deswegen waren ihnen auch die Christen so ein Dorn im Auge, da diese ja bekanntlich keine anderen Götter neben ihrem Gott duldeten.

Um diesen Christen nun endlich Herr zu werden, holten die beiden sich Verstärkung in Form von Söldnern aus dem ägyptischen Theben. Bei der Legion, die in Köln für „Ordnung“ sorgen sollte, handelte es sich um eine 318 Mann starke Truppe, deren Anführer eben ein gewisser Gereon war. Blöd nur, dass die thebäischen Legionen ebenfalls aus Christen bestanden. So weigerten sich Gereon und seine Leute die Kölner Christen, die zudem auch noch unbewaffnet waren, zu töten (macht man ja auch nicht). Das wiederum kam in den Augen der Obrigkeit natürlich einer Kriegsverweigerung gleich.

Klar, dass so ein ungebührliches Verhalten bestraft werden musste. In der vagen Hoffnung, die Männer eventuell doch noch von ihrem Glauben abzubringen, wurde die Truppe zweimal „dezimiert“. Das heißt, dass zweimal jeweils jeder 10. umgebracht wurde. Aber natürlich blieben Gereon und seine Gefährten standhaft. Logisch, schließlich machen wir in Köln ja kein Weichei zum Stadtpatron ;)

Letztendlich hatte man dann wohl von dem ganzen Heldenmut die Nase voll und brachte die gesamte Truppe um. Gereon und seine Leute wurden enthauptet und deren Körper anschließend in einen Brunnen geworfen.

Und wo ist das ganze passiert? >>> In Köln Ehrenfeld!
Und zwar dort, wo heute die Mechternstraße ist ( Mechtern wahrscheinlich von dem lateinischen Wort "ad martyres" abgeleitet). Der Überlieferung nach wurde nämlich nach den Hinrichtungen den Märtyrern zu Ehren eine Kapelle an der Richtstätte erbaut.


Mechternstraße in Ehrenfeld
Naja, damals sah es hier wahrscheinlich noch ein wenig anders aus. Jedenfalls ist die Kirche, die auf dem Bild zu sehen ist (St. Mechtern) mittlerweile der fünfte Folgebau dieser Kapelle.

Inschrift an der Kirche St. Mechtern
Die Kirche St. Mechtern ist die 9. Station des Ehrenfelder Geschichtspfades:


Ebenfalls zur Erinnerung an die Märtyrer wurde 1927 ein Brunnen in der Mechternstraße (Ecke Vogelsangerstraße) errichtet. 2007 wurde dieser Brunnen komplett restauriert und am 29.September mit neuer Spindel und (wieder-) erkennbarer Inschrift eingeweiht.

Mechternbrunnen

Inschrift des Mechternbrunnens

Die Kirche St. Gereon

Die Kirche St. Gereon gehört zu den zwölf großen romanischen Kirchen in Köln. Zum Bau dieser Kirche gibt es natürlich auch wieder einige Legenden. Und zwar soll an dieser Stelle der Brunnen gestanden haben, in den die Körper der Märtyrer geworfen wurden. Tatsächlich konnte aber nie ein Brunnen nachgewiesen werden. Auch die Geschichte, dass die hl. Helena den Bau der Kirche auf Gereons Grabstätte veranlasste, ist alleine schon zeitlich gesehen eher unwahrscheinlich.

Einer weiteren Legende zufolge, ließ der Erzbischof Anno II die Kirche erweitern, nachdem ihm die Gefährten Gereons im Traum erschienen sind. In diesem Traum sollen sie dem armen Mann Prügel angedroht haben, wenn er nicht dafür sorgt, dass ihre Gebeine in einer für Helden angemessenen Umgebung begraben liegen. 

Blick auf St. Gereon
Übrigens ist Gereon auch der Schutzpatron der Soldaten und, man höre und staune, auch der gegen Kopfschmerzen. Diese Ehre hat er allerdings nicht seiner späteren Kopflosigkeit zu verdanken, sondern der Legende, dass ein Bischof von seinen Kopfschmerzen befreit wurde, nachdem er den Staub aus dem Brunnen von St. Gereon eingeatmet hat.

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