"Der Richter-Code" Kölnkrimi

In Edgar Franzmanns zweitem Kölnkrimi spielt das vieldiskutierte Domfenster des Künstlers Gerhard Richter eine zentrale Rolle.


Das Richterfenster
Das Richterfenster im Kölner Dom

Bei dem sogenannten Richterfenster handelt es sich um ein Domfenster. Es wurde von dem Kölner Künstler Gerhard Richter entworfen und am 25. August 2007 im Rahmen einer Messe eingeweiht. 

Allerdings stieß dieses Fenster von Anfang an nicht nur auf Zustimmung.
Der Kölner Kardinal Meisner sagte damals, es sei besser in einer Moschee aufgehoben als in einer Kirche.

Ich persönlich rate allerdings jedem, sich das Fenster erst einmal bei entsprechendem Lichteinfall im Dom zu betrachten, bevor er darüber urteilt.

Das Fenster ist 106m² groß und besteht aus 11.263 gleichgroßen Quadraten in 72 verschiedenen Farben. Bei der Anordnung der Farben hat der Künstler einen Zufallsgenerator zur Hilfe genommen. 

Aber ist die Anordnung der Quadrate wirklich zufällig? In Edgar Franzmanns zweitem Köln Krimi „Der Richter-Code“ kommen diesbezüglich erhebliche Zweifel auf.

Inhalt
So hatte sich Georg Rubin den Abend mit Sicherheit nicht vorgestellt. Eigentlich wollte der Reporter des „Blitz“ mit den beiden Mädels Sandra und Kathrin die Karnevalstage so richtig toll ausklingen lassen. Stattdessen stolpern die drei im wahrsten Sinne des Wortes über die verbrannte Leiche einer jungen Frau. 

Somit sind der Reporter und auch der Leser gleich mitten drin in einem spannenden Fall. Die Tote war nämlich einer Verschwörung auf der Spur, die mit dem Richterfenster zusammenhängt. In dem umstrittenen Domfenster soll ein Code versteckt sein, der auf einen Anschlag hindeutet.

Seine Recherchen führen Rubin unter anderem auch in die Stadtverwaltung, die Kölner U-Bahn und zu den Piusbrüdern. Er stößt dabei auf Korruption, Fanatismus und, wie soll es in Köln anders sein, auf jede Menge Klüngel.  

Meine Meinung
Jetzt ist es nicht sooo schwer, mich für einen Kölnkrimi zu begeistern. Ich finde es nämlich irgendwie cool, wenn in einem Buch Plätze oder Orte beschrieben werden, die ich kenne und an denen ich schon war. Beim „Richtercode“ kommt noch dazu, dass der Protagonist Georg Rubin auch noch in meiner unmittelbaren Nachbarschaft wohnt, bzw. wohnen würde, wenn es ihn denn wirklich gäbe.

Trotzdem heißt das nicht, dass die Story ruhig lahm sein kann; Hauptsache ist, es kommen ein paar Kölner Plätze vor. Natürlich muss auch die Geschichte spannend und gut lesbar sein. Das ist sie aber dank des gutdurchdachten Plots und der flüssigen Schreibweise des Autors definitiv.

Und, was auch noch wichtig ist: Die Story muss „stimmig“ sein. Auch dann, wenn sich Wahrheit und Fiktion vermischen.
Im  Richtercode kommen jede Menge tatsächliche Begebenheiten vor, welche die Stadt seiner Zeit in Atem hielt, wie der U-Bahn-Bau oder der Einsturz des Stadtarchivs. Aber irgendwie hat Edgar Franzmann es geschafft, dass die Zusammenhänge nicht „an den Haaren herbeigezogen“ wirken. 

Fazit: Das Buch ist absolut lesenswert und nicht nur für Kölner, sondern auch für immigrierte und sogar stadtfremde Krimifans sehr zu empfehlen.


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