Hermann Gryn - der mit dem Löwen kämpfte


Direkt über dem Eingang des historischen Rathauses ist ein Relief angebracht, das einen Mann im Kampf gegen einen Löwen zeigt. Es handelt sich hierbei um eine Szene aus der Sage um den Bürgermeister Hermann Gryn (oder auch Grin). 

Relief am Kölner Rathaus "Bürgermeister Gryn im Kampf gegen den Löwen"

Es soll sich um das Jahr 1262 abgespielt haben.
Da es in der frühen Geschichte Kölns ja kaum Zeiten gab, in denen die Bürger in Frieden mit ihrem Erzbischof lebten, gab es natürlich auch zwischen dem Bürgermeister Gryn und dem damaligen Erzbischof  Engelbert II. von Falkenburg andauernd Streit. Meistens deswegen, weil sich der Erzbischof allzu oft in die weltlichen Belange der Stadt eingemischt hatte.


Nu war der Herr Gryn wohl ein Bürgermeister, der sich von so einem Erzbischof nichts gefallen ließ. Das wiederum passte dem Klerus der Stadt überhaupt nicht in den Kram. Um nun dieses aufmüpfige Stadtoberhaupt ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen, schmiedeten zwei treue Domherren einen Plan. 

Der Erzbischof besaß nämlich einen Löwen, den er von den zwei besagten Herren hüten ließ. Sie luden also den Bürgermeister zu sich ein und führten ihn unter einem Vorwand zu dem Löwen. Blöd nur, dass Gryn sich schon so etwas gedacht hatte, und vorsichtshalber mal sein Schwert eingesteckt hatte. 

Als der Löwe zum Angriff ansetzte, wickelte Gryn blitzschnell seinen Mantel um den Arm und wehrte das Tier damit ab. Mit der anderen Hand zog er dann sein Schwert raus und erstach den Löwen. 

Die zwei Domherren wurden daraufhin zum Tode verurteilt und am Nordtor gehenkt.

Das Römische Nordtor (Pfaffenpforte)

Römisches Nordtor "Pfaffenpforte" am Dom
Das Bild rechts zeigt die Rekonstruktion eines Seitenportals des römischen Nordtores. 

Seit 1971 steht dieser Bogen am Domvorplatz. Das ist in etwa die Stelle, an der das „echte“ Tor auch stand. Vorher stand er in der Straße „An der Rechtsschule“ im Garten des Wallraf-Richartz Museums.

Unterhalb dieses Bogens, in der Tiefgarage unter dem Dom, sind ebenfalls Reste der Stadtmauer zu sehen.

Das originale Mittelportal mit der Aufschrift CCAA steht im Römisch-Germanischen Museum. 

Im Volksmund wird dieses Tor auch Pfaffenpforte genannt. Ob dieser Name auf die Sage vom Bürgermeister Gryn zurückzuführen ist, ist aber nicht sicher. 

Möglich ist auch, dass der Name daher rührt, weil früher viele Priester durch dieses Tor zum Domstift gegangen sind.



Noch mehr Löwen am Rathaus

Die beiden Reliefs links und rechts von Gryn zeigen übrigens zwei Bibelszenen, in denen ebenfalls Löwen eine Rolle spielen. Da ist einmal Samsons Kampf mit dem Löwen und auf der anderen Seite Daniel in der Löwengrube.

Relief am Rathaus "Samsons Kampf mit dem Löwen"
Relief am Rathaus "Daniel in der Löwengrube"
Zwar handelt es sich beim Löwenkampf des Hermann Gryn mit Sicherheit um eine Sage. Trotzdem wurde diese Begebenheit in der Stadtchronik „Agrippina“ von Heinrich van Beeck als ein historisches, auf 1262 datiertes Ereignis dargelegt.
(Quelle: Es war einmal … Kölner Sagen und Legenden zu Fuß) 

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