Was sollen diese seltsamen Fratzen an den Hauswänden?

Die Eine Geschichte der Grinköpfe

Grinkopf mit den toten Augen an einer Hauswand
Im 11. Jahrhundert, zu der Zeit, als Anno II Erzbischof von Köln war, soll sich folgende Geschichte ereignet haben:

Eine kinderlose Witwe kam zu einem Kaufmann, um bei ihm eine große Bestellung aufzugeben, die sie dann auch im Voraus bezahlte.
Das Geschäft wurde, wie damals üblich, per Handschlag besiegelt, und die Witwe ging in dem guten Glauben, dass sie ihre Ware bald bekommen würde, wieder nach Hause. 

Als sich aber nach einer ganzen Zeit immer noch nichts tat und keine Lieferung kam, fragte die Witwe noch mal bei dem Kaufmann nach. Dieser tat aber so, als hätte nie ein Handel mit ihr stattgefunden.

Natürlich war die Frau sauer, aber da sie keine Zeugen hatte, konnte sie erst einmal nichts machen. So beschloss sie dann, sich an die Schöffen zu wenden. Diese waren aber bereits von dem Kaufmann bestochen worden, und wiesen die arme Frau ebenfalls ab. Wieder mit der Begründung, weil sie keine Zeugen benennen konnte.

Die letzte Chance, die die Witwe jetzt noch sah, war die, sich an den Erzbischof Anno zu wenden. Anno, der nicht gerade für seine freundliche Art bekannt war, versprach ihr, der Sache auf den Grund zu gehen. Schließlich konnte er so ein Verhalten in seiner Stadt ja nicht dulden.

Zuerst bestritten die Beschuldigten natürlich ihre Tat. Aber da der Erzbischof nicht locker ließ, rückte dann doch einer der Schöffen mit der Sprache raus und erzählte die Wahrheit.
Zur Strafe ließ Anno dann, wie gesagt, er war nicht der netteste Erzbischof, den Kaufmann samt den von ihm bestochenen Schöffen blenden.

Als abschreckendes Beispiel wurde anschließend über den Haustüren der Verurteilten jeweils eine dieser gruseligen Fratzen mit den toten Augen angebracht.




Kommentare:

  1. Herzliche Grüße aus Köln nach Köln ;-) Ich habe dich bei Heike entdeckt und freue mich, dass es noch mehr Kölner Blogger gibt,
    Franka

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  2. P.S. Was ich eigentlich sagen wollte. die Grin- oder Gryköpfe fallen mir auch überall in der Altstadt auf. Den habe ich allerdings noch nicht gesehen.

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  3. Hallo Franka,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, viele Kölner Blogger scheint es nicht zu geben. Umso schöner ist es, wenn man mal wieder auf einen trifft :)

    Bei diesem Grinkopf muss ich ehrlich zugeben, dass ich nicht mehr weiß, wo genau ich ihn fotografiert habe. Das Foto ist schon etwas älter und damals war es typisch für mich, alles zu fotografieren, und nachher nicht mehr zu wissen, was ich da überhaupt auf dem Bild habe. Mittlerweile habe ich aber immer einen Notizblock dabei, wenn ich durch die Stadt spaziere.

    So, jetzt durchforste ich mal deinen Blog.
    LG Monika

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