Jan von Werth


Denkmal des Reitergeneral "Jan von Werth" mit Rathausturm und "Platzjabbeck" im Hintergrund

Wenn ich das Bild sehe, muss ich an eine Textstelle aus einem alten Kölner Klassiker denken:

„Vom Sockel huh loht wödich dren der Jan vun Werth,
es üvver su en Haltung als Soldat empört.
Un hinger em voll Schwung Platz Jabbek streck de Zung erus
un denk dobei jenau wie Goldschmedsjung.“


Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem Lied  „Die Hüsjer bunt om Alder Maat“. Der Klassiker wurde 1938 von Gerhard Jussenhoven komponiert. Der Text stammt von Jupp Schlösser.

Erhaben sieht er ja aus, der Jan von Werth, wie er da so auf seinem Sockel über den Alter Markt blickt. Und dass er etwas böse dreinschaut, kann man ihm auch nicht verdenken, in Anbetracht dessen, wie es momentan in „seiner“ Altstadt aussieht. 

Überall wird gebuddelt und gebaut. Nee, Spaß macht es im Moment nicht, durch die Altstadt zu spazieren. Aber ich hoffe natürlich, dass sich das auch irgendwann einmal wieder ändert.  

Jan und Griet
Jan von Wert (Johann Graf von Werth) war ein Reitergeneral im Dreißigjährigen Krieg. Die Geschichte von Jan und Griet ist eine der bekanntesten Legenden, die man sich in und um Köln erzählt. 

Außerdem ist Jan von Werth Namensgeber einer der (in meinen Augen) schönsten Karnevalsgesellschaften, die wir in Köln haben, dem „Reiter Korps Jan von Werth e.V.“

Jedes Jahr auf Weiberfastnacht eröffnet das Reiter Korps den Straßenkarneval am Severinstor mit einem Historienspiel um die Legende von Jan und Griet. Anschließend folgt ein Umzug der Gruppen bis zum Alter Markt.


Platzjabbeck
Hinter dem Denkmal des Reitergenerals oben, sehen Sie übrigens den Rathausturm mit der Rathausuhr und dem Gesicht des „Platzjabbeck“. 

 
Es gibt verschiedene Geschichten über den Platzjabbeck. Ausschließen lässt sich allerdings die Legende, dass die Fratze vom Rathausturm, die zu jeder vollen Stunde die Zunge rausstreckt, damit ursprünglich den Rat der Stadt Köln verspotten wollte. Die Figur ist nämlich erst etwa 40 Jahre nach Fertigstellung des Rathauses entstanden und die Zunge streckt er auch erst seit 1913 raus. Außerdem hätte der Kölner Rat die Figur in dem Fall wohl kaum finanziert und am Rathaus anbringen lassen (aber man weiß ja nie). 

Einer anderen Geschichte zufolge, bezieht sich dieses Gesicht auf eine Legende um Karl den Großen. Dieser soll eines Tages seine drei Söhne aufgefordert haben, ihren Mund weit aufzumachen. Dieser Aufforderung folgten allerdings nur zwei der drei Brüder. Die beiden bekamen dann jeweils ein Stück Apfel von ihrem Vater in den Mund gesteckt und gleichzeitig ein Teil seines Reiches vermacht. Also, was sagt uns das? Es ist besser, die Klappe aufzureißen. 

Und weil es so schön und reminiszensisch (das Wort kommt von Reminiszenz und ist eine Eigenkreation) ist, hier das Lied:

 

Wer übrigens wissen möchte, wie Goldschmedsjung eigentlich denkt, kann das hier nachlesen >>> Denk wie Goldschmedsjung

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